Von Storulvån nach Vålådalen – Mit JOE auf Fjellski

Heute kommt der Tourbericht zur Jämtland Outdoor Experience Winter 2016, den ich schon vor kurzem angekündigt hatte.

Storulvån_Vålådalen_Karte

Storulvån_Vålådalen_Karte

Am 16. März war Treffpunkt in Östersund und vom 17.-20. sollten wir dann in der winterlichen Landschaft Jämtlands unterwegs sein bevor wir am 21.März wieder nach Hause fliegen würden.

Wir, das waren über 30 Teilnehmer (aus unterschiedlichsten europäischen Ländern) und die Guides, die von den 4 Unternehmen Woolpower, Hilleberg, Lundhags und Klättermusen gestellt wurden. Schön war an dieser Stelle, dass die Guides allesamt normale Mitarbeiter der Firmen waren und somit wieder ganz klar zu sehen war, dass die skandinavischen Hersteller auch intern „Outdoor leben“.

Die Jämtland Outdoor Experience (JOE) richtete sich diesmal an Retailer also Einzelhändler, um die Produkte einmal in Aktion zu sehen und somit den eigenen Kunden später eine qualifizierte Beratung liefern zu können, die sich auf Praxiserfahrung stützt. Absolut super, weil die kommenden 4 Tage ne Menge Testmöglichkeit bei mal nicht so schönem Wetter lieferte.

 

Ein wichtiger Bestandteil des Events war der Besuch der 4 Unternehmen mit Besichtigung der Fertigung (Woolpower, teilweise Lundhags), des Hauptsitzes (Hilleberg) oder eines Flagship-Stores (Klättermusen). Zusätzlich gab es unterwegs Workshops in denen die Unternehmen uns etwas zu den Besonderheiten und der Philosophie der Unternehmen erzählt haben. Dazu gibts aber in Kürze was eigenes, sonst wird das hier zu lang.

Tag 1

Abholung, Mittagessen in einem Bio-Restaurant, Besuch bei Lundhags, Ausrüstungsausgabe und Packen, Transfer zum ersten Zeltplatz und abendliches Elchgulasch. Dazu gabs soviel Wind, das der Catering Pavillon in Fetzen gerissen wurde. Natürlich blieben die Hilleberg-Bunker problemlos stehen. Allerdings war schon beim ersten Aufbau der Zelte auch die Erfahrung der Teilnehmer gefordert, wenn es um die Wahl des Zeltplatzes ging.

Schneematsch JOE Winter 2016

Kurz vor dem Event hatte mich Johann (Hilleberg) angerufen und abgecheckt, ob ich auch adequate Ausrüstung hätte. Er empfahl z.B. einen Schlafsack mit Komforttemperatur von -25 Grad. Sowas hab ich, allerdings hab ich mich noch am Abflugtag dagegen entschieden. Im März kann es nachts in Schweden tatsächlich noch so kalt sein. Der Wetterbericht sagte allerdings etwas anderes. Kälteste Nachttemperatur sollte um die -10 Grad liegen und somit entschied ich mich für den Vaude Alpstein 450 plus den As Tucas Sestrals Quilt. Das war auch noch zu warm, aber trotzdem eine super KOmbi. Dazu mehr im Ausrüsrungsbeicht zu JOE (in Kürze).

Tag 2

Asnes Fjellski JOE

Man konnte sich im Vorfeld entscheiden, ob man per Schneeschuh oder Langlaufski unterweg sein wollte. Ich entschied mich für Langlaufski bzw. sogenannten Fjellski oder Backcountry Crosscountry Ski oder Nordic Back County Ski. Da gibts irgendwie keinen einheitlichen Namen. Gemeint sind Langlaufski mit Stahlkante, die etwas breiter und länger sind als die normalen. 

Wir wurden schnell zur Storulvån Fjellstation gefahren, wo wir nach einer Sicherheitseinweisung, einer letzten Ausrüstungsorga in 4 Gruppen eingeteilt wurden und loszogen.

Teilnehmer vor dem Start JOE

Ein Ausrüstungshighlight für mich waren die Holz-Pulkas der Firma Segebaden. Unsere Guides hatten die großen Pulkas und jede Gruppe bekam noch zwei kleine Pulkas zum Transport von Gruppenmaterial und Zelten. Die Segebaden hat mich begeistert und auch hierzu wird es mehr in einem Ausrüstungsbeitrag zu JOE geben.

Segebaden Pulka

Am ersten Tag hatte meine Gruppe noch etwas Unterstützung. Einen Schlittenhund, der jeden mit abartiger Geschwindigkeit durch die Gegend zog, wenn man das wollte. Ich war zu feige, da ich mehr mit meinen Ski zu kämpfen hatte als mir lieb war. Ein Problem, dass mir an Tag 1 und 2 das Leben schwer und an Tag 3 und 4 leicht machte. Bei Skiern ist halt die Frage nach Fell, Wachs und Schuppe eine elementare und das habe ich erst während der Tour realisert. 

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Tag 3

Die Königsetappe mit 18km. Boah war ich bedient am Ende des Tages 🙂 Wenn was nicht richtig funzt, dann muss man was ändern. Meine Ski hatten zu wenig Grip und ich hab nichts gemacht. Mein Fehler!

Der heutige Tag unterstütze uns allerdings wie auch gestern schon mit starkem Rückenwind. Obwohl es nicht wirklich kalt war, sorgte der Windchill dafür, dass ich doch häufig bis auf die fette Dauenjacke eine Menge Schichten anhatte und selten auszog.

Tag 4

Am Ende des heutigen Tages sollte es ein Highlight geben. Jede Gruppe hatte mit dem Hilleberg Atlas ein riesiges Gruppenzelt dabei, um Abends (aber auch tagsüber) einen Rückzugsort für die gesamte Gruppe zu haben. Mit der Hilfe aller Team-Mitglieder war das Atlas erstaunlich schnell auch bei Wind aufgebaut, selbst dann, wenn wir alle Schneeheringe und Abspannpunkte benutzten. Am heutigen Abend, der unser letzter Zeltabend war, verbanden wir alle 4 Atlas-Zelte zu einem riesigen Kuppelzelt-Strang mit einzigartiger Atmosphäre!

Hilleberg Atlas

Wenn über 30 Leute mit Gaslaternen, Benzin- und Gaskochern abends nichts anderes zu tun haben als zu kochen, zu essen, mitgebrachten Schnaps zu trinken und eine gute zeit zu haben, dann wird das selbst bei Minusgraden kuschelig 🙂

Hilleberg Atlas Atmosphere

Tag 5

Glücklicherweise hatten wir am gestrigen Tag ausreichend Kilometer gemacht, dass wir uns am letzten Tourentag Zeit lassen konnten und trotzdem rechtzeitig an der Valadalen Fjellstation ankamen. Das wussten die Organisatoren aber wohl im Vorfeld und so gabs nochmal ne Kaffeepause im Friluftsliv-Stil. Lecker.

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Abgerundet wurde der Tag dann mit Sauna, Abendessen im Restaurant der Fjällstation, Abhotten zu Musik mit schwedischem Bier und einer Nacht in einem Bett.

Abschließend war es wieder einmal erstaunlich wie viele Eindrücke selbst kurze 4-Tagestouren hinterlassen, wenn man in einem bestimmten Bereich noch Erfahrungslücken hat und ne Menge auf Tour lernt. Es hat mega Spaß gemacht, wenn es auch echt anstrengend war. Aber mit Sicherheit habe ich jetzt wintertechnisch auch noch etwas mehr Durchblick als vorher.

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Stay tuned, da ich noch 2-3 Artikel nachschießen werde 🙂

9 Kommentare zu “Von Storulvån nach Vålådalen – Mit JOE auf Fjellski

  1. Gerald Zhang-Schmidt

    Nur eine kurze 4-Tages-Tour, hmm? Kommt mir (im Vergleich zu meinen Schnellaktionen über einen halben Tag oder Tag) schon im Lesen wie eine Monatsexpedition vor – was ich jetzt aber nicht negativ meine, sondern eher als ein Zeichen, wie sehr man doch „Microadventures“ unterschätzt.
    (Auch wenn 4 Tage wohl schon nicht mehr als Microadventure gelten würden 😉 )

    Sollte wohl doch mal wieder hinaus, auch über Nacht. Aber neben der Frau im Bett ist’s halt doch schöner. (Und nein, sie würde mich ganz sicher nicht begleiten.)

  2. Mario

    Also die Hilleberg Partyzelt Action ist ja cool… 🙂

    Ansonsten hättest du ruhig ausführlicher bei den Tagen schreiben können, was und wo ihr unterwegs wart.

    Im Moment ist es so Telegramstil, wo man gerne mehr lesen will.

    Gruß Mario

    1. Admin Autor des Beitrags

      Danke für Deinen Kommentar Mario.

      Ich war auf der Tour immer ziemlich platt abends und habe mir deswegen keine Notizen unterwegs gemacht 🙁 Zu Hause habe ich das dann so ein bisschen ausm Kopf gemacht.

      Und super gut vorbereitet ist mir dann auch die Batterie von der Kamera extrem schnell leergelaufen…Somit hatte ich dann auch nicht genug Bildmaterial.

      Anyway…solange noch rüberkommt, dass JOE eine super Aktion war und jeder, der mal die Möglichkeit hat hinzufahren hinfährt, dann passt es für mich 🙂

      Gruß

      Carsten

  3. Hagen

    Hey Carsten,

    was für eine tolle, beneidenswerte Gelegenheit diese Hersteller in ihrer Ursprungslandschaft kennen zu lernen.
    Ich kann Mario nur zustimmen: ich will mehr :p

    Leider konnte ich den angekündigten Ausrüstungsbeitrag zur JOE finden. Ist der schon online?

    Aber bereits dieser Artikel hat mir eine Idee für den Neubau meines zerstörten Zuggestänges für die Pulka gegeben. Danke 🙂

    Beste Grüße,
    Hagen

      1. Hagen

        Vielen Dank, den kannte ich noch nicht. Gefällt mir gut was ich da sehe.

        Über die Info zum Beitrag würd ich mich freuen und komm dann gern wieder gern zum Lesen vorbei.

        Bis dahin & beste Grüße,

        Hagen

  4. Dennis

    Was das wieder wiiieegt!

    Für eine erholsame Tour wäre mir das ja zu viel Gepäck. Aber ich glaube darum ging es bei dem Event ja gar nicht. Schließlich sollte man sich die ganze Ausrüstung ja mal ansehen und ein wenig verdeutlichen, dass Outdoor auch komfortabel sein kann.

    Ich hoffe auch, dass die anderen Berichte zu der Tour noch online kommen. Aber ich kenne das Problem: So viele Ideen worüber man schreiben kann, aber keine Zeit.

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