Sea to Summit Thermolite Reactor Extrem – Schlafsack-Pimping und mehr

 

Sea to Summit Thermolite Reactor extreme

Sea to Summit Thermolite Reactor extreme

Wer mit leichter Ausrüstung unterwegs ist spart gerne etwas am Schlafsack.

In Verbindung mit etwas zusätzlicher Kleidung, die man eh mit dabei hat, läßt sich der Komfortbereich des Schlafsacks noch ein ganzes Stück drücken. Irgendwann ist aber Schluß und man hat dann ansich nur zwei Möglichkeiten:

  1. Neuen wärmeren aber immer noch leichten Schlafsack kaufen.
  2. Einen warmen Liner kaufen.

Da Punkt 1 gerade wenn es um wärmere leichte Schlafsäcke geht mit erheblichen Kosten verbunden ist, erschien mir Punkt 2 schon immer eine Überlegung wert.

Schon häufiger war ich bei der Suche nach einem geeigneten Liner auf die Firma Sea to Summit gestossen, die hier mit der Thermolite Reactor Serie gleich eine ganze Serie unterschiedlich warmer Liner herstellt. Da der Winter vor der Tür steht, bat ich die Firma Bergzeit mir einen Thermolite Reactor Extreme zum Testen zur Verfühung zu stellen. Ein paar Tage später hatte ich den Thermolite Reactor Extreme, den wärmsten Liner aus der Serie, im Briefkasten.

390 Gramm des 110Gr/m² schweren Thermolite-Stoffes liegen nun bei mir zu Hause und warten auf den ersten richtigen Einsatz. Laut den Produkt-Spezifikationen sollen bis zu 14 Grad extra drin sein.

Schön ist schon mal, dass entweder meine Küchenwaage nicht funktioniert oder der Liner etwas leichter ist 🙂

 

Gewicht des Thermolite Reactor extreme

Gewicht des Thermolite Reactor extreme

Davon kann man natürlich dann nochmal den Packsack abziehen, den man auf Tour eh zu Hause läßt.

 

Gewicht Packsack Thermolite Reactor Extreme

Gewicht Packsack Thermolite Reactor Extreme

 

Wenn man ein bisschen sucht, findet man im Iternet auch noch die Firma Cocoon, die letzlich ausschließlich Liner herstellt. Dort findet sich eine generell  interessante Tabelle zum Thema „Wärmeleistung unterschiedlicher Materialien bei Linern“ .

Hier werden bei einem vergleichbaren Produkt 9 Grad angegeben.

Sei´s drum, wenn der Thermolite Reactor Extreme 10 Grad bringen würde, könnte ich mit meinem 3-Jahreszeiten-Schlafsack und ein bisschen Bekleidung prima im gemässigten Winter unterwegs sein.

Leicht, günstig und ein kleines Packmass machen den Reactor zu einem attraktiven Produkt, wenn er die Leistung bringt.

Da die Nachttemperaturen auf meinem Hausberg, dem Grünten, noch nicht ausreichend kalt sind, muss ich einen echten Test-Eindruck nachreichen.

Genutzt habe ich den Reactor bis dato nur Indoor, was mir aber ganz gut gefallen hat ist der komfortable weite Schnitt. Bewegungsfreiheit ist gewährleistet vor allem auch deswegen, weil der Stoff sogar noch dehnbar ist. Voller Vorfreude auf die Leistungsfähigkeit des Liners habe ich meine Decke im Bett gegen den Reactor ausgetauscht. Das hat leider nicht ganz funktioniert. Rein gefühlsmässig war das so als hätte ich ein 200er Merinoshirt auf mich draufgelegt. Die Webart ist nicht dicht genug, um zu verhindern, dass sich durch Körperbewegungen die potentiell warme Luft zwischen Liner und Körper einfach verflüchtigt. Als Liner, sprich unter einem Schlafsack oder winddichtem Bivy könnte das anders aussehen, was noch abzutesten ist.

 

Stoff des Thermolite Reactor Extreme

Stoff des Thermolite Reactor Extreme

Hier nochmal die Fakten bevor in den nächsten Wochen hier noch ein Praxistest folgt

Länge: 210cm

Breite: oben 90 cm, unten schmaler (nicht nachgemessen) da Mumienform.

Gewicht: 399 Gramm Herstellerangabe, 358 Gramm nachgewogen (davon 15 Gramm Packsack)

Temperaturgewinn: laut Hersteller bis zu 14 Grad, Praxistest folgt

Material: 110g/m² Thermolite (100% Polyester)

Preis: 64,95 Euro

 

 

 

8 Kommentare zu “Sea to Summit Thermolite Reactor Extrem – Schlafsack-Pimping und mehr

  1. Michi B.

    Schöner Bericht!
    Tatsächlich habe ich mich selbst vor einigen Wochen mit dem Gedanken befasst ob ich mir lustigerweise genau DIESEN liner zulegen wollte/sollte.
    Nach gründlicher Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen, mir diesen NICHT zu kaufen.
    Ein Liner als Verschmutzungsverhinderer im Schlafsack spielt für mich überhaupt keine Rolle, ….weiß gar nicht was die Menschen in ihren Schlafsäcken so dolles machen….egal….

    Für mich käme es nur auf die zusätzliche Wärmeleistung an!
    In diesem Fall tönt StS ja nicht schlecht, wäre schön, wenn es so ist.
    ABER, …. ich las irgendwo (ich glaube auf ODS) einen Kommentar der mich zuerst nachdenklich machte und dann meine Kaufentscheidung kippte. Er sagte in etwa das, bzw. stellte die folgende Frage auf:

    Wenn die 399 g wirklich 14 Grad mehr bringen, warum machen das die etablierten Schlafsackhersteller nicht bei Ihren Schlafsäcken auch?
    Ich habe es selbst nicht recherchiert ob es nicht tatsächlich von Gewicht relativ zur Leistung so schon gemacht wird, bei mir spielte dann aber in die Entscheidung mit rein, dass ich in den letzten 20(!) Jahren NIE meinen Fleeceliner benutzt habe! Obwohl ich ihn mehrfach dabei hatte. Denn entweder ich habe in meinem Sommerschlafsack nie geforen oder ich habe schon aus vorsicht eh meinen Winterschlafsack dabei gehabt, z.b. Oktobertour in den Rocky Mountains….
    Ich habe mir jetzt eine Travel Blanket von Cocoon gekauft, auch in der Hoffnung, dass ich diese irgendwo in der Bahn oder im Flugzeug auch mal benutzen würde.

    Nix gegen StS, ich bin absoluter StS Jünger. Nur bei dem Reactor haben Sie mich nicht überzeugen können.

    Vielleicht schaffst DU das mit deinem Praxistest! Ich bin SEHR gespannt!
    Ahoi
    Michi

    1. admin Autor des Beitrags

      Hi Michi,

      ich bin selber auch recht skeptisch, was die 14 Grad angeht, weswegen ich ja auch gleich zu den 9 Grad von Cocoon verwiesen habe.

      9-10 Grad fände ich aber echt gut und würde somit meinen 3-Jahreszeitenschlafsack wintertauglich machen und zum anderen habe
      ich mir vor kurzem einen Biwaksack gekauft, weil der bei Gearjunkieso gut bewertet wurde. In Kombination würde mir das ganz gut gefallen.

      Zur Zeit habe ich allerdings mehr Zeit für „Armchair-Adventures“ als alles andere und ich muss echt schaun, wann und wie ich die Dinger dann mal teste 🙂

      Jedenfalls werde ich die Ergebnisse, wenn Sie dann da sind, brav hier posten 🙂

      Carsten

    1. admin Autor des Beitrags

      Ja…da gebe ich Dir vollkommen recht.

      14 Grad ist sehr sehr optimistisch. Bin auch sehr gespannt, allerdings ist es gerade wieder so spätsommerlich
      warm im Allgäu, dass der Test noch etwas auf sich wird warten lassen.

      Carsten

  2. Georg

    Hallo Carsten, interessanter Blog! 🙂 Wie Du habe ich über’s „Pimpen“ meines 3JZ-Schlafsacks nachgedacht – mein Wintersack ist für November vieeeel zu übertrieben (der ist angenehm bei -20°C), schwer+klobig. Extra einen „Sack für seichten Winter“ kaufen ist teuer und den 3JZ-Sack müsste ich ja bloß rund 7°C wärmer kriegen. Ich zweifle bei den Angaben, der Hersteller StS ja offenbar auch – „up to 15°“ sagt was völlig anderes als „min 8° and up to 15°“ – daher schwanke ich zwischen Reactor Liner und Reactor Extreme Liner. Konntest Du schon praktische Erfahrung sammeln?
    Viele Grüße, Georg

    1. admin Autor des Beitrags

      Hallo Georg,

      ich hab den Reactor auch noch nicht richtig testen können, bezweifle mittlerweile die Marketingversprechen aber
      auch ein wenig.

      In einem Biwaksack, mit Bekleidung konnte ich bis 8-10 Grad Außentemperatur in dem Reactor (sonst kein Schlasa)
      pennen. Das sagt allerdings nichts über die Temperatur aus, die der Sack liefert, wenn man ihn als INlet nutzt.

  3. Marion S

    Also ich habe einen Schlafsack von Deuter, den Neosphere -10, für Frauen bedeutet das -5 Grad Komfortbereich (und davon bin ich überzeugt…)

    War 2015 im chilenischen Sommer damit auf Expedition in den Anden. Höchstes Camp auf 5.500m bei -20/-25 Grad.

    Zuerst bringt natürlich eine gute Isomatte einen riesen Vorteil. (Thermarest NeoAir XTherm).

    Für den Schlafsack habe ich einen Termolite Reactor mit Wärmeleistung 8 Grad (also nicht der wärmste, dachte mir der zweitwärmste muss reichen) mitgenommen. Da ich echt ein bissl Angst hatte in der Nacht zu frieren, dann noch eine leichte Daunenjacke angezogen, eine Zweite leichte an die Beine und meine Fäustlinge über die Füße (passen nicht ganz, aber für die Zehen reichts). Dazu ein Headtuch aufn Kopf, eins an Hals, Liner Handschuhe für die Finger und das ganze mit langer Unterwäsche die ich eh immer anhatte…. gerüstet für die Nacht.

    Ich muss sagen ich hatte noch nie so einen erholsamen und tiefen Schlaf wie da oben! Manche Kollegen von mir haben ihre -25 Grad Schlafsäcke dabei gehabt, aber eher einfache Isomatten. Die haben zwar nicht gefroren, aber auch keinen super Schlaf gehabt. Ich glaube ich hab alles richtig gemacht und dabei einiges an Gewicht gespart… alles was ich im Schlafsack anhatte, musste ich eh dabei haben.

    Man muss dazu sagen, dass ich Studentin bin und mir deshalb auf keinen Fall noch nen zweiten Schlafsack leisten würde. Die zweite Daunenjacken konnte ich ausleihen.
    Das Zwiebelprinzip in Sachen Daune (die zweite muss ne Nummer größer sein) hat sich im Aufstieg außerdem bewährt…

    Fazit: Wer sich keine zwei Schlafsäcke leisten will, ist mit so einem Liner ganz gut unterwegs!
    Den Liner nutze ich natürlich auch für jegliche Hüttenübernachtungen – ist mein einziger Hüttenschlafsack.

    1. Admin Autor des Beitrags

      Hallo Marion,

      Du sprichst in Deinem Kommentar einige wichtige Sachen an.

      Ohne vernünftige Isomatte bringt der beste Schlafsack nichts.

      Und ja, mit Reactor Liner und zusätzlicher Daunenbekleidung kann man in der Regel die Komforttemperatur des Schlafsacks ganz gut schieben.

      Schön, dass Du reingeschaut hast.

      Gruß

      Carsten

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