Mit Little Ghost auf dem Pacific Crest Trail 2019

Heute gibts einen Gastbeitrag von Iris, die 2018 einen Kurs bei mir belegt hat und 2019 auf dem PCT unterwegs war. Ich hab den Text so gedruckt wie geliefert 🙂 Hier und da habe ich Affiliate-Links im Text untergebracht, wenn es Sinn macht. Solltet ihr klicken und kaufen, dann bekomme ich eine kleine Provision. 

Und los gehts….

Ăśber ein Jahr lang habe ich mich vorbereitet, um als selbständige Personalentwicklerin (www.auf-waerts.de) eine Auszeit von 6 Wochen auf dem PCT zu organisieren. Der Plan: den PCT im Juli/August 2019 vom Walker Pass bis South Lake Tahoe oder gar noch weiter zu erwandern. 

Bild: Iris Ohlig

Erfahrungen im Landstreckenwandern hatte ich bislang nur auf dem Camino del Norte und Primitivo gesammelt, wo man ja in Herbergen ĂĽbernachtet.

Zur Vorbereitung gehörte deshalb der Kurs „Trekking leicht gemacht“ bei Carsten im Oktober 2018, um dort verschiedene Ausrüstungsgegenstände zu testen und Insidertipps zu bekommen. Den Kurs kann ich nur empfehlen, denn keine Internetrecherche kann die eigene Erfahrung mit verschiedenen Zelten, Schlafsystemen etc. ersetzen. Und was für den einen super funktioniert, muß nicht für den anderen ebenso gelten. Das ist mir natürlich auch bewusst, wenn ich diesen Artikel schreibe. Dieser spiegelt ausschließlich meine eigene Erfahrung und Bewertung wieder. Und natürlich habe ich alle Ausrüstungsgegenstände und auch den Kurs bei Carsten selbst finanziert.

1. Rucksack

Carsten hatte eine große Auswahl an Rucksäcken beim Kurs dabei. Da ich klein bin (160 cm) brauche ich einen Rucksack mit kurzer Rückenlänge und ich wollte gerne einen haben mit Rahmen wegen des Tragekomforts. Deshalb habe ich u.a. den Osprey Levity 60 ausprobiert (das ist die Herrenversion). Er war ganz okay, aber nicht hundert Prozent, da er für mich nicht klein genug war. Doch das Konzept des Rucksacks war ansprechend, weshalb ich mir später die Damenversion, den Osprey Lumina 60 in S online bestellt habe. Daneben hatte ich noch weitere Rucksäcke zur Auswahl geordert (u.a. den Gossamer Mariposa), doch der Tragekomfort und die Tatsache, dass ein Bärenkanister hineinpasst, haben mich zum Kauf des Lumina 60 bewogen. Bevor ich auf den PCT ging, habe ich diverse Wochenendtouren in Deutschland damit gemacht. Während der Zeit auf dem PCT (ich hatte leider nur 2 Wochen vom Walker Pass bis zum Evolution Lake – dazu später mehr), hat sich der Rucksack an manchen Stellen aufgelöst, bzw. hat Löcher bekommen:

Bild: Iris Ohlig

Bild: Iris Ohlig

Bild: Iris Ohlig

Ich bin im Moment mit Osprey diesbezĂĽglich in Kontakt. Sie fragen, ob ich den Rucksack zu schwer beladen habe, da als maximales Gewicht 25 lb angegeben sind. Das kann schon sein, dass ich bei vollem Bärenkanister (den ich bereits ab Walker Pass geschleppt habe) und voller Wasserbeladung (ca. 2-3 Liter) -stellenweise zwischen Walker Pass und Kennedy  Meadows- die 12,5 kg ĂĽberschritten habe. Doch meines Erachtens rechtfertigt dies nicht die zu sehenden Abnutzungserscheinungen. Ich gehe mit Sachen immer sehr pfleglich und vorsichtig um und habe den Rucksack immer sehr vorsichtig abgesetzt.

Osprey hat mir als Alternative nun den Eja empfohlen, der eine Zuladung von 20 kg mitmacht, aber statt 830 gr. 1,1, kg wiegt. Ich bin gespannt, wie Osprey auf meine Reklamation reagiert. Ob sie dies als Garantiefall werten oder nicht. Das ist im Moment offen. Offen ist auch, mit welchem Rucksack ich dann 2020 meine „Footsteps“ fortsetzen werde.

Zwischenzeitliches Update: Osprey hat sich bereit erklärt, mir einen Ersatzrucksack zu schicken und zwar den Eja 58l, der mehr Gewicht aushält. Bei den Herren wäre das der Osprey Exos.

Zum Tragekomfort ist noch zu sagen, dass er sehr bequem zu tragen ist, wenn er nicht voll beladen ist. Sobald er tatsächlich an die Grenze von 12,5 kg kommt, dann konnte ich ihn nicht mehr über die Hüfte tragen, da der Hüftgurt dann irgendwie das Gewicht nicht mehr auf die Hüfte bringt, sondern die Last liegt zu einem großen Teil auf den Schultern, weshalb ich an beiden Schultern böse Blasen und Abschürfungen davon getragen habe (die dann auch an den „leichteren“ Tagen nicht geheilt sind). Nervig ist, dass die Seitentaschen aus unflexiblem Material bestehen, so dass man nur mit Anstrengung und Mühe Wasserflaschen hinein bekommt.

2. Zelt

Das erste Zelt, was ich bei Carstens Kurs in einer sehr feuchten und kühlen Nacht getestet habe, war das Rainbow Tarptent (für 1 Person). Ich fand es für mich sehr gemütlich und geräumig und leicht und schnell aufzubauen. Kondensbildung durch die feuchte Nacht war vorhanden, doch die war nach dieser Nacht auch in Zweiwandzelten gegeben. Das Tarptent wiegt inklusive Packsack genau 1 kg. Die andere Nacht habe ich im leichteren Lunar Solo verbracht (740 gr.), doch dies entwickelte sich über Nacht zur Tropfsteinhöhle. Auch nach dem Probeliegen in anderen Zelten fühlte ich mich im Tarptent Rainbow am meisten geborgen und am wenigsten beengt, was mich zum Kauf desselben veranlasst hat.

Auch nach meinen Erfahrungen auf dem PCT würde ich wieder so entscheiden! Das Tarptent Rainbow hat mich nie im Stich gelassen, weder in der heißen und trockenen und nachts windigen Gegend nach dem Walker Pass als auch in der Sierra, wo ich einigen Gewitterstürmen ausgesetzt war. Es hat immer stabil dagestanden, es hat nie hereingeregnet (hatte allerdings vorher die Nähte abgedichtet), die Kondensbildung führte nie zur „Tropfsteinhöhle“ und ich hatte genug Platz, um all meinen Besitz im Zelt zu verstreuen, samt Rucksack. Zwecks „Trocknungsversuch“ hatte ich noch eine dünne Schnur and der Zeltdecke befestigt, um dort Socken o.ä. über Nacht aufzuhängen. Klare Empfehlung meinerseits für dieses Zelt!

Zusätzlich hatte ich zum Zelt bei Carsten die Polycro Folie als Zeltunterlage kennen gelernt und gekauft. Hat bis jetzt auch super gehalten!

Bild: Iris Ohlig

3. Schlafsystem (Matte und Quilt/Schlafsack)

Bei Carsten habe ich in beiden Kursnächten auf einer aufblasbaren Matte und in einem Quilt übernachtet. Etwas anderes als eine aufblasbare Matte kommt für mich auch nicht infrage, da ich mir als Seitenschläferin sonst die Hüfte wund liege. Die Matte von Carsten war okay (ich weiß nicht mehr genau, was es war) doch hier habe ich meiner Internetrecherche und meiner generellen Erfahrung mit Thermarest vertraut und mich für die Thermarest Neo Air X-Lite Women (345 gr. ohne Packsack) entschieden. Die Women-Ausführung ist 168 cm lang, d.h. ich passe komplett da drauf und hat eine bessere Wärmeleistung als die anderen Versionen. Da ich eine absolute Frostbeule bin, war mir das sehr wichtig.

Um das Aufpusten zu erleichtern und Hyperventilation und Streß am Abend zu vermeiden, habe ich mir zusätzlich den Pumpsack (97 gr.) zugelegt, den ich gleichzeitig als Packsack für meinen Quilt genutzt habe.

Die Matte hat mich nicht enttäuscht! Auch in kalten Nächten hat sie mich prima von unten gewärmt und sie hatte in der Zeit auch kein Leck. Sie kommt auf jeden Fall wieder mit. Klare Empfehlung.

Zum ersten Mal hatte ich im Kurs auch in einem Quilt statt in einem Schlafsack übernachtet und fand das System sehr überzeugend. Da ich einen Kunstfaser-Quilt und keine Daune wollte (habe schlechte Erfahrungen mit feuchter Daune, die dann nicht mehr gut wärmt), habe ich mich auch hier im Internet auf die Suche gemacht und mit Landstreckenwanderin Christine Thürmer Kontakt aufgenommen. Sie war es, die mir eine kleine nette spanische Manufaktur empfohlen hat, die genau wie EE in den USA, custommade Quilts produziert. As Tucas (https://www.astucas.com/en/)!!! Der Inhaber ist äußerst kundenfreundlich (kann gut Englisch) und hat mich bei Länge, Breite, Farbauswahl super kompetent beraten. Innerhalb von 14 Tagen hatte ich meinen Quilt mit kostenfreiem Versand innerhalb Europas für 250 Euro zu Hause bereit. Das Gewicht beträgt 633 gr. Ich habe mich für den Temperaturbereich bis minus 5 Grad entschieden (lieber zu warm als zu kalt). Und ich liebe ihn!!! Er ist sehr breit geschnitten und lässt sich sogar mit zwei Laschen zu einem Quasi-Schlafsack verschließen. Außerdem hat er eine geschlossene Fußbox (wichtig, wenn man wie ich immer kalte Füße hat). Ich habe ihn auch in kalten Nächten immer offen, also Füße in der Fußbox, den Rest quasi als Decke über mich gebreitet verwendet und hatte es immer schön warm! Inzwischen habe ich ihn einfach in der Waschmaschine gewaschen – super einfach! Klare Empfehlung!

4. KĂĽche

Im Kurs habe ich sowohl den Jetboil als auch den EOE Titanium Kocher kennen gelernt. Der Jetboil überzeugt durch seine Schnelligkeit, doch wollte ich lieber einen „normalen“ Kocher, da ich schon den Topf (Toaks Titanium 110 ml, 123 gr.) besaß. Der Kocher ist super leicht (47 gr.) und bestens zu handhaben. Er hat mir zusammen mit meinem Topf und einem selbst gebastelten Windshield immer zuverlässig gute Dienste geleistet und kommt auch 2020 wieder mit.

Wir haben im Kurs verschiedene Wasserfiltersysteme kennen gelernt und fĂĽr mich hat sich der Katadyn befree 1 l Wasserfilter als am praktischsten angefĂĽhlt (62 gr.). Er hat auch super funktioniert (ich bin jedenfalls nicht krank geworden😊) und ist sehr einfach in der Handhabung und hat einen super guten Durchfluss. Die meisten benutzen den Sawyer Filter auf dem Trail doch ich werde aufgrund meiner guten Erfahrungen wieder den Katadyn mitnehmen. Als Backup hatte ich Aquamira Tropfen dabei, falls Wasser mal besonders eklig wäre oder falls der Filter kaputt geht.

Bild: Iris Ohlig

Als Luxus habe ich noch eine extra Alutasse (85 gr.) mitgeschleppt, da ich es liebe, gleichzeitig Kaffee zu trinken und zu essen……

Mein uraltes Schweizer Taschenmesser (Victorinox 84gr.) war auch mit dabei, wobei ich da insbesondere die Schere am meisten benutzt habe.

Die Nalgene Wasserflasche auf dem Foto habe ich im ersten Ort am Trail entsorgt, sie hatte ein Leck und war darüber hinaus unpraktisch…..

5.  Sonstiges

Die wesentlichen sonstigen Gegenstände, die ich noch dabei hatte, waren:

Eine uralte kleine Stirnlampe (87 gr.), eine Power Bank von Anker (380 gr.), mein iPhone x (209 gr.) als mein „PC“ mit Flugtickets etc., als meine Kamera, Kommunikationsmedium in den Orten etc. sowie mein Garmin inReach mini, über das ich gerne noch ein paar Worte verlieren möchte.

Eigentlich habe ich die Anschaffung eines Satelliten-Nachrichten-Gerätes gescheut (280 Euro), doch im Nachhinein bin ich glücklich, es dabei gehabt zu haben. Der Garmin inReach mini wiegt nur 142 gr. Und man kann damit SMS-Nachrichten über Satelliten versenden und empfangen sowie einen Notruf absetzen. (Außerdem Tracking etc.). Da ich eigentlich weg von Menschen und der Zivilisation sein wollte, hatte ich auch nicht die Absicht, zu kommunizieren, doch meine Familie und enge Freunde haben mich gebeten, doch zumindest ab und zu ein Lebenszeichen von mir zu geben. Das habe ich dann mit einer zuvor eingerichteten Standard-Nachricht alle 2 Tage getan. Das ist innerhalb des Freedom-Tarifes von Garmin sogar kostenlos. (Vorlagenachrichten zu versenden.) Außerdem kann man pro Monat 10 weitere Textnachrichten kostenfrei versenden.

Und dann kam der Tag, an dem ich den Garmin wirklich gebraucht habe. Beginnend mit dem Abstieg vom Mather Pass hatten sich bei mir im rechten Fuß Schmerzen im Mittelfuß/Vorfuß eingestellt. Es war ein Rekordschneejahr und demzufolge waren auch im Juli noch sehr viele große Schneefelder zu überwinden. Das war nicht so sehr das Problem, doch die Spuren im Schnee endeten oft im Nirwana, so dass ich mir den Weg zurück zum Trail suchen musste und dabei oft über Geröll/Blockwerk/lose Felsen etc. klettern musste. Da ich mit Trailrunnern unterwegs war, hat sich mein Fuß oft in sich selbst „verbogen“. Dies hat zunehmend Schmerzen verursacht, denen ich noch keine allzu große Bedeutung beimaß. Am nächsten Tag stand dann Muir Pass auf dem Plan, der noch sehr stark „eingeschneit“ war, was sehr viel Zeit kostete. Auf der Passhöhe gegen 13 Uhr angekommen, kamen gleichzeitig 3 Gewitterfronten auf mich zu.

Bild: Iris Ohlig

Die Lage ist sehr exponiert und ich hatte wirklich große Angst, vom Blitz getroffen zu werden und bin so schnell es eben ging -Schmerzen im Fuß ignorierend- bergab gegangen/gelaufen. Das Resultat war: ich habe das Gewitter überlebt, doch am nächsten Morgen konnte ich keinen einzigen Schritt mehr laufen. (Ich bin wirklich kein Chicken, was Schmerzen angeht!) Also nach einiger Überlegung war klar: Ich muß den Notruf absetzen, wenn ich nicht am Evolution Lake versauern und irgendwann verhungern will.

Die Rettungskette, die ich mit dem Garmin – SOS in Gang gesetzt habe, war das Perfekteste, was ich je erlebt habe! Die Kommunikation war schnell, informativ, effektiv und eben perfekt. Nach 4 Stunden kam ein Ranger vom Sequoia Kings Canyon National Park zu mir (zu FuĂź) und hat sich die Lage besehen: ein geschwollener FuĂź, mit dem ich nicht mehr auftreten konnte. Wir haben kurz beraten und er hat dann einen Helicopter angefordert, der nach einer Stunde ankam (dann in einem weiteren Gewitter – Kamikaze Pilot 😊), mich ĂĽber die Sierra nach Bishop geflogen hat (das durfte ich aussuchen ob nach Ost oder West), wo ich dann von einer Ambulanz ins Krankenhaus gefahren wurde. (Diagnose: Stressfraktur) Zu jedem Zeitpunkt waren meine Notfallkontakte, die ich im Garmin-System hinterlegt habe, informiert, was gerade geschieht. Meine Freundin in Deutschland wurde ständig angerufen ebenso wie meine amerikanische Freundin an der OstkĂĽste der USA. Das war einfach perfekt!

Ich werde immer wieder den Garmin InReach mini mitnehmen, der ist sein Geld definitiv wert!

(Und ein Helicoperflug über die Sierra neben einem Gewitter war sehr spektakulär!!!)

Bild: Iris Ohlig

6. Bekleidung / Schuhe / Hilfsmittel

Bei Kleidung finde ich es schwierig, genaue Empfehlungen zu geben. Ich liste einfach auf, was ich dabei hatte, denn ich werde es wieder (fast) genauso mitnehmen:

  • Altra Olympus 2.5. mit individuellen orthopädischen Einlagen (werde sicher ein neues Paar kaufen/evtl. andere Einlagen mit festerem MittelfuĂź-Part) – 400 gr.
  • Dirty Girl Gaiters – 28 gr.
  • Mountain Hardwear Ghost Whisperer Daunenjacke – 204 gr.
  • Alpkit Gravity Regenjacke (aufgrund der Empfehlung auf Carstens Website) – 150 gr.
  • Regatta Regenhose – 152 gr. (ist uralt, habe ich halt)
  • Trekking-Zip-Hose von Skinfit – 355 gr.
  • Columbia langarm Bluse – 210 gr.
  • Mammut langarm Shirt (nachts) – 183 gr. (uraltes Lieblingsteil)
  • Altes Fleeceshirt – 159 gr.
  • Lange Unterhose (nachts) – 168 gr.
  • Wrightsox (3 Paar) – 204 gr.
  • Waterproof sox Seal Skinz – UNNĂ–TIG! Kommen nicht mehr mit!
  • 2 Unterhosen / 2 Bustiers – 120 gr.
  • Buff – 40 gr.
  • Handschuhe – 62 gr.
  • MĂĽtze warm – 78 gr.
  • Sonnenhut – 70 gr.

Was ich nicht dabei hatte, waren Camp Schuhe, um Gewicht zu sparen. Das werde ich ändern, bzw. hatte ich auch ab Lone Pine geändert! Es ist okay, nur die Trailrunner zu haben, wenn man keine Blasen hat. Sobald man aber Blasen generiert, ist es eine Wonne, abends die Füße durchzulüften und abtrocknen zu lassen und auch nur einfach aus den Schuhen heraus zu kommen! Ich werde definitiv im nächsten Jahr Flip Flops (sehr leichte) mitnehmen!

Hilfsmittel:

Hillsound Trail Crampons (dieses Jahr definitiv hilfreich!) – 404 gr.

Trekkingstöcke Leki  – 380 gr.

Must Have (in der Sierra): Bear Vault 500 – 1150 gr.

Zusätzlich: Hygieneartikel, 1. Hilfe Set

Was werde ich noch anders machen? Meine Stressfraktur zwingt mich natürlich, zu überdenken, was ich besser machen kann, damit dies nicht wieder geschieht. Ich bin fit gewesen und auch eine geübte Wanderin, doch habe ich sicher zu viele Meilen pro Tag gemacht (20-25 Meilen/Tag). Ich bin ja nicht mehr die jüngste (werde 52), dem muß ich stärker Rechnung tragen und mich „verlangsamen“, d.h. mehr und längere Pausen, weniger Meilen und auch mal einen Zero-Tag, statt ausschließlich „Neros“, (d.h. runter vom Trail, Einkaufen, Essen, Übernachten und am nächsten Morgen wieder auf den Trail und weiter laufen.) Man muß den Zero Tag ja nicht zwingend im Ort mit einer weiteren teuren Übernachtung verbringen, sondern kann ja zurück zum Trail und in der Nähe des Trailheads sein Zelt aufschlagen. Auch die Schuhwahl werde ich mit meiner Orthopädin zusammen nochmals überdenken. So bequem und praktisch die Altras auch sind, vielleicht sind sie im Vorfußbereich zu weich? Nun, all dies wird sich finden und sortieren. Der Abbruch war definitiv deprimierend und ist es noch, doch es hilft ja nichts. Es gilt, die Situation anzunehmen, daraus zu lernen und das Beste daraus zu machen!

Ich werde definitiv 2020 zurĂĽck zum PCT kommen und meine Footsteps fortsetzen! Ich hatte die 2 Wochen auf dem Trail die mit glĂĽcklichsten Momente meines Lebens.

Bild: Iris Ohlig

Vielleicht kann die Beschreibung meiner Erfahrung fĂĽr den ein oder anderen hilfreich sein, das wĂĽrde mich freuen.

Iris (Little Ghost)