Aclima Woolnet – Netzunterwäsche für den Winter

Jetzt wirds heiß!

Netzunterwäsche für Outdoorer!

Aclima Woolnet Longjohns

Aclima Woolnet Longjohns

Wenn Fußballer mal die Trikots wechseln oder das Trikot bei einer Tour de France Etappe ganz weit aufgemacht wird, dann sieht man sie manchmal, Netzunterhemden.

Die Idee dahinter ist ganz eingänglich. Die erste Schicht am Körper (in dem Fall das Netzunterhemd) kann aufgrund der Löcher den Schweiß noch schneller an die nächste Schicht weiterleiten und der Körper bleibt deutlich trockener.

In der Tat habe ich schon sehr häufig die Erfahrung gemacht, das jedes Funktionsshirt an seine Grenzen kommt, wenn man die körperliche Anstrengung nur ausreichend erhöht. Batschnass bzw feucht ist das atmungsaktive Funktionsshirt dann. Der einzig verbleibende Vorteil gegenüber einem Baumwollshirt ist dann die schnellere Rücktrocknung oder bei Merino der trotz Feuchte vorhandene Kälteschutz.

Das ist nicht immer schlimm. Frühjahr bis Herbst kann man das unter unangenehm verbuchen oder man zieht dann irgendwann ein mitgebrachtes Wechselshirt an.

Was passiert aber im Winter? Ein feuchtes Shirt transportiert unheimlich viel Körperwärme ab! Natürlich kann man dann auch bei -15 Grad schnell mal ein Funktionsshirt wechseln (scheiße kalt!) aber auf ner Wintertour macht man das vielleicht auch mal nicht. Das feuchte Shirt, dass man ausgezogen und gewechselt hat friert einem nämlich einfach mal durch und kann dann nicht mehr benutzt werden.

Die Lösung? Netzunterwäsche!

Schaut man nach Skandinavien und hier speziell nach Norwegen, dann stolpert man über einen der beiden Marktführer in Sachen Netzunterwäsche für Outdoor, nämlich die Firma Aclima.

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Aclima Woolnet Langarmshirt

Bergfreunde.de hat mir letzten Winter freundlicherweise einen Satz Aclima Woolnet Unterwäsche kostenfrei zum Testen zur Verfügung gestellt und ich möchte in Kürze und mit Blick auf den rasch nahenden Winter meine Erfahrungen kundtun.

Im Einsatz waren bei mir das WN Crew Neck (Langarmshirt) und die WN Longs (lange Unterhose).

Schallendes Gelächter und Schnappatmung waren die erste Reaktion meiner Frau, gefolgt von einem „Ouhhh…you are so hot“!

Aber ich hatte es so gewollt. Einer meiner schwedischen Kumpels, der viel im Winter unterwegs ist hatte mich drauf gebracht und auch der Blog des Extrembergsteigers Andy Kirkpatrick schwärmt über die Vorzüge von Netzwäsche im Winter.

Aclima bietet Netzwäsche aus Synthetik (Sommer) sowie Winter (Merino) an. Ich habe mich für die Wintervariante entschieden, weil das Merinomaterial wärmer ist und vom Geruchsmanagement vorzuziehen ist, wenn man das Teil im Rahmen einer Wintertour doch auch mehrere Tage am Stück anzieht.

Testszenario

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Aclima Woolnet Unterwäsche in Nahaufnahme

  • mehrere Schneeschuhtouren auf den Grünten über 4-5 Stunden
  • über dem Netzwäsche Oberteil kam entweder nur eine dünne UL-Windjacke oder eine Paramo Enduro Jacket
  • über der Netzwäsche langen Unterhose kam entweder eine dünne UL-Windhose oder eine Mammut Haute Route Tourenhose
  • Temperaturen zwischen -5 Grad (UL-Setup) und -10 Grad
  • Außer den genannten Bekleidungslagen keine weiteren Schichten.

Testergebnis

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Kein Netzeinsatz im „kritischen“ Bereich 🙂

Es gab zwei AHA Momente während meiner Schneeschuhtouren. Zum einen war ich ziemlich überrascht wie gut die Wäsche in Verbindung mit der UL-Windjacke und der UL-Windhose funktioniert hat. Es wurde angenehm warm und hat sich ansonsten angefühlt als ob man fast nichts anhatte. Völlig unbeschwerstes durch den Schnee Stapfen. Das Feuchtigkeitsmanagement war der zweite AHA Moment. Ich hatte im Winter noch nie ein so trockenes Gefühl auf der Haut bei körperlicher Anstrengung wie mit der Netzunterwäsche.

Bei der Kombination mit der UL-Wind-Kombi habe ich das nicht anders erwartet. Schwitzen heißt ja, dass es einem zu warm ist. Mit Netzunterwäsche und einem Hauch von Polyester über mir hatte ich eh nicht mit viel Schweiß gerechnet. Wie schon erwähnt war das aber trotzdem echt angenehm.

In der Kombination mit normaler Tourenhose und Jacke, die selbst mehr Wärme mitbringen kam ich dann allerdings wieder ordentlich ins Schwitzen, nur blieb die Haut gefühlt deutlich trockener.

An was man denken sollte

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Aclima Woolnet Longsleeve

Gerade, wenn man seine Bekleidung im Winter so zwiebelt, dass man in Bewegung warm genug ist und wenig schwitzt (UL-Setup), braucht man zwingend für die Pausen noch eine Isolationsjacke aus Daune oder Synthetik (Primaloft oder ähnliches). Ist der Besuch von alpinen Hütten miteingeplant, dann bitte noch einen dünnen Mid-Layer mitnehmen, damit man die Leute in der Hütte nicht mit seinem Anblick schockt. Dicke Bierplautze oder Sixpack ist dabei völlig egal. Netzunterwäsche ist vom Look her doch auch in meinen Augen noch gewöhnungsbedürftig.

Fazit

Mir hat die Netzunterwäsche von Aclima super gefallen und werde sie im nahenden Winter wieder sehr oft einsetzen. Wer viel im Winter draußen unterwegs ist oder sogar mehrwöchige Touren in Skandinavien oder anderswo unterweg ist, sollte sich das definitiv mal anschaun und testen, ob das nicht eine gute Ergänzung der eigenen Ausrüstung ist.

 

2 Kommentare zu “Aclima Woolnet – Netzunterwäsche für den Winter

  1. Merinowolle

    Hallo und vielen Dank für den Artikel.
    Ich experimentiere auch sehr viel mit Outdoorkleidung herum und teste verschiedene Materialien, aber mit Netzwäsche habe ich noch keine Erfahrung sammeln können…
    Merinowolle hingegen kenne ich sehr gut und ich schwöre mittlerweile zu 100% darauf. Sie hat einfach geniale Eigenschaften und die Sachen von Icebreaker etc. sind sehr, sehr pflegeleicht. Übrigens kommen sie bei mir auch im heißesten Sommer zum Einsatz und nicht nur im Winter. Viele denken ja leider immer noch, dass Wolle nur für dicke Winterpullis geeignet ist 😉
    Der Blog gefällt mit sehr gut, mach weiter so! Viele Grüße, Junas

    1. Admin Autor des Beitrags

      Danke für Deine Antwort Junas. Hat etwas länger gedauert, weil mein WordPress sie als Spam eingestuft hat.

      Anyway. Ich nutze auch nur noch Merino, weil es einfach für mich das Beste ist.

      Gruß

      Carsten

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