Laufbursche huckePack – Zen und die Kunst einen Rucksack zu nähen

Nach 5000 km Trekking hat er dann doch endlich mal die Grätsche gemacht, mein Gossamer Gear Mariposa Plus. Nach 4240km Pacific Crest Trail und nahezu 800 km im skandinavischen Lappland ist der Rucksack gerissen und zugegebenermaßen habe ich ihn auch davor schon ein paar Mal erfolgreich geflickt.

Nebenbei ist mir der Mariposa Plus auch zu groß geworden. Mit zunehmender Erfahrung wird die Ausrüstung leichter, dank leichter Ausrüstung die tägliche zurückgelegte Distanz höher und somit der Bedarf an Lebensmitteln niedriger. Der Mariposa hatte schon mal Lebensmittel für 12 Tage drin. Solche Touren sind in nächster Zeit nicht geplant und selbst wenn…Erfahrung führt zu improvisatorischen Lösungen 🙂

Laufbursche Huckepack und Gossamer Gear Maripoasa Plus

Laufbursche Huckepack und Gossamer Gear Maripoasa Plus

Ein leichterer etwas kleinerer Rucksack sollte her und wie es fast nicht anders zu erwarten war bin ich bei Matheusz alias Laufbursche aus Köln gelandet. Garagenfirma oder Cottage Gear Manufacturer würde man Laufbursches Firma wohl nennen. Im Ergebnis kommen hier hochqualitative Ultraleichtprodukte heraus, die es so in Europa bis dato einfach nicht zu kaufen gab.

Doch warum einen Laufbursche Pack kaufen und keinen der vielen anderen Cottage Gear Hersteller aus den USA? Schließlich war ich ja extrem gut mit den Produkten von Gossamer Gear gefahren. Eigentlich sollte der Rucksack kleiner und sehr viel leichter sein als mein Mariposa Plus mit 570 Gramm.

ZPacks aus den USA stellt Rucksäcke aus Cuben her (Testbericht von Dennis). Da der Gründer Joe Valesko selbst mit einem seiner Rucksäcke den Pacific Crest Trail gelaufen ist und die Rucksäcke preislich im Rahmen waren, wollte ich eigentlich erst dort kaufen. Da mir Laufbursche aber für meine Tour auf dem Kerry Way in Irland 2009 einen Cuben-Prototyp mit 180 Gramm zum Testen mitgegeben hatte, hab ich einfach mal mit Matheusz gesprochen und mir erzählen lassen, was er so in petto haben wird.

Laufbursche huckePack

Laufbursche huckePack

Ich wußte, dass Laufbursche sowohl Cuben als auch Silnylon verarbeitet und wollte aus Gewichtsgründen dann auch eines dieser Modelle kaufen. Hmmh…wer Matheusz schon mal am Telefon hatte weiß, dass ein Anruf nicht die kurze Abgabe eines Auftrages ermöglicht, sondern Fachsimpelei beider Seiten nach sich zieht 🙂 So hab ich dann im Laufe des Gespräches auch erfahren, dass neben Cuben (wird es wohl nur noch auf ausdrücklichen Wunsch geben) und Silnylon auch Dynema Gridstop Rucksäcke geben wird.

Also genau das Material, dass von Golite, ULA und anderen Herstellern verwendet wird, um sicherzustellen, dass leichte Rucksäcke dennoch robust sind. Mit 400 Gramm ist der Rucksack aus Dynema jetzt nicht so leicht wie die Cuben-Variante, aber ich habe einen Rucksack, dem ich die nächsten 5000km Trekking problemos zutraue.

Laufbursche huckePack

Laufbursche huckePack

Innovativ gemacht ist hierbei definitiv der Verschluß des Rucksackes. Während viele andere Leichtgewichtsrucksäcke oben einfach mit einem Kordelzug zugezogen werden, hat Laufbursche hier eine interessante Lösung gefunden. Er kommt ohne Deckeltasche aus, klappt den Stoff im oberen Bereich aber geschickt so um, dass die Öffnung des Sacks komplett verschlossen ist und der Sack einfach sauber aussieht.

Wie viele andere Leichtgewichtsrucksäcke befinden sich an den Seiten und auf der Front große Netzttaschen in denen man genau die Dinge gut verstauen kann, die entweder naß sind (der Shelter) oder die man schnell zugreifen muß.

In letzter Zeit tut sich auch etwas mehr auf Laufbursche´s Webseite und ganz offensichtlich haben schon einige seiner Rucksäcke seinen Weg in die Ultraleichtgemeinde gefunden.

Neben Rucksäcken und Tarps näht und entwickelt Laufbursche alles, was ihm ideenmäßig unter die Finger kommt. Für Eigenbauer zeigt er wie man leichte Stirnlampen und Kochersysteme baut. Ich persönlich hoffe, dass er sein selbstgenähtes Windshirt auch kommerziell anbieten wird.

Ein Highlight ist in letzter Zeit allerdings schon wieder gesichtet worden und es juckt mir fast in den Fingern…ein 30 Liter Rucksack deutlich unter 200 Gramm…Codename huckePäckchen

8 Kommentare zu “Laufbursche huckePack – Zen und die Kunst einen Rucksack zu nähen

    1. admin Autor des Beitrags

      Ich bin mir sicher, dass man die meisten Dinge, die Laufbursche schon
      gezeigt hat auch später kaufen kann.

      Einfach öfter mal seine Webseite checken und bei Bedarf einfach mal fragen,
      ob man schon was bekommen kann 🙂

      Carsten

  1. matthias

    Schöner Bericht! ich hätt auch gern einen Laufbursche Pack gehabt.
    Bekam dann aber keine Rückmeldungen mehr, so wurde es ein Mariposa den ich auch sehr mag. Vorteil ist hald bei einem grossen das man die Daune nicht so komprimieren muss. Ausserdem könnte sich der Strap oben als nützlich erweisen für die Bearcan nächstens Jahr 🙂
    Wie war jetzt dein GR20 Trip?
    LG
    Matthias

  2. Basti

    Hey Carsten,
    Schönes Review. Beim Titel musste ich kurz schmunzeln, hatte ich doch erst gerade mit Mateusz telefoniert und sind dabei bei einem Buch mit ähnlichem Titel hängen geblieben… 😉

    Wünsch Dir und Deinem neuen Pack auf jeden Fall noch ein paar schöne und erfolgreiche Touren. Vielleicht sieht man sich ja mal auf dem Wintertreffen?

    Bis denn…

    Basti

    1. admin Autor des Beitrags

      Hi Basti,

      es ist ja mittlerweile echt eine Schande, dass ich noch auf keinem Treffen dabei war. Beim letzten Mal kam mit jetzt Korsika dazwischen 🙂

      Und dazu gibts dann auch bald einen Bericht mit ein paar Fotos 🙂

  3. Pingback: Ultraleicht-Awards 2010 – Die UL-Gemeinde stimmt ab | Fastpacking

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