Pacific Crest Trail 2015 – „Wild“ mit Reese Witherspoon und die Konsequenzen!

Hallo zusammen,

2006 und 2008 war ich einmal 1000km und einmal die komplette Länge (4240km) auf dem Pacific Crest Trail unterwegs.

In beiden Jahren haben um die 400 weitere Hiker versucht die Strecke von Mexiko nach Kanada zu Fuß zu bewältigen und sich dabei einen Traum zu verwirklichen.

2014 sind nun nicht um die 400 Leute, sondern um die 1000 Leute auf den Weg gestartet. Angeblich kommt immer so ein Drittel der Teilnehmer an. Diese inflationär hohe Teilnehmerzahl für einen so langen schwierigen Weg wie den Pacific Crest Trail haben wir zwei Personen zu verdanken, Cheryl Strayed und Reese Witherspoon.

Die eine hat einen Weltbestseller geschrieben, die andere eben diesen in der Hauptrolle verfilmt.

 

Ich hab das Ebook zwar auf meinem Kindle schlummern, allerdings noch gar nicht gelesen! Oups. Meiner Freundin hat es sehr gut gefallen und aus der US-Thruhiker-Community hört man viel Gutes.

Ein PCT-Urgestein „Warner Springs Monty“ hat sich dazu auf Facebook geäußert und bringt es auf für mich auf den Punkt:

„Hiking the PCT will mess you up for life……. in a very good way.“

Man kann also erwarten, dass 2015 noch mehr Hiker auf dem PCT sein werden und sich zumindest die Trailerfahrung in Südkalifornien etwas verändern wird. Die Trail Angel werden dem Ansturm nicht gerecht werden können, die Water Caches werden leer sein. Zuerst hat sich das für mich schlimm angehört, weil Trail Angel ein wunderschöner Bestandteil meiner PCT-Erfahrung waren und ich sie auf keinen Fall missen möchte. Mein erster Gedanke zu 2015 war also, dass der Trail komplett überfüllt sein wird und es nicht mehr das ist, was es mal war.

Auf einen anderen Gedankengang hat mich die britische Outdoor-Koryphäe Chris Townsend gebracht. In seinem Buch „Rattle Snakes and Bald Eagles – Hiking the Pacific Crest Trail“ beschreibt er seinen Thruhike 1982. Chris Townsend ist einer der erfahrensten Hiker auf der Welt und hat neben dem PCT unzählige andere Trails absolviert. Im letzten Kapitel geht er auch auf die Situation heute ein. Was wird WILD mit dem PCT machen? Sein Statement?!

„…beyond books and films and journals, beyond mass of information the Pacific Crest Trail lies waiting. The reasons for going – the beauty and challenge of the wilderness – have not changed…“(Chris Townsend, Rattlesnakes and bald eagles)

Und er hat recht. Wenn man auf Trail Angel und Water Caches verzichten muss, dann wird der Trail wieder ursprünglicher wie zu Zeiten von Chris Townsend. Wo zu Beginn des Trail noch über 1000 Leute starten, werden es bald weniger werden. Südkalifornien wird die Spreu vom Weizen trennen. Wer dann noch dabei ist und die Sierra Nevada, das Herzstück des PCTs, durchwandert wird an deren Ende feststellen, dass der Trail nicht überbevölkert ist. 6 Monate und 4240km sorgen dafür, dass sich selbst eine größere Thruhikerzahl verteilt und man eine unvergessliche Zeit auf dem PCT haben wird.

Ein Zitat muss ich vor Abschluß des Beitrages noch bringen. Chris Townsend, der wie schon erwähnt etliche Trails auf der ganzen Welt gelaufen ist schreibt hier (Gänsehautalarm für mich):

„Now, over thirty years later, I look back on the PCT with affection and gratitude. It was the defining walk of my life, the walk that set the pattern for all those that followed.“(Chris Townsend, Rattlesnakes and bald eagles)

 

2 Kommentare zu “Pacific Crest Trail 2015 – „Wild“ mit Reese Witherspoon und die Konsequenzen!

  1. Steffen | Alphelden.de

    Hi Carsten…ich habe das Buch vor ein paar Monaten gelesen und es nach knapp 1/3 beinahe zur Seite gelegt… Cheryl Strayed beschreibt doch sehr genau wie selbstzerstörerisch sie ihr Leben vor dem PCT gelebt hatte. Für mich wurde sie dadurch sehr unsympathisch und ich hatte danach kein großes Interesse mehr an ihrer Geschichte. Ich denke der Trubel wird sich schnell wieder beruhigen und Ruhe einkehren…

    1. admin Autor des Beitrags

      Hi Steffen,

      Wild ist kein PCT-Roman, das ist wohl richtig. Aber das Buch zieht trotzdem magisch viele Leute auf den Trail.

      „Früher“ ist der normaler PCT-Hiker meistens schon den Appalachian Trail gelaufen und wusste, was ihn/sie so erwartet.
      Dementsprechend waren die Leute hauptsächlich mit guter leichter/sehr leichter Ausrüstung unterwegs und hatten die
      Skills, um einen Long-Distance-Trail erfolgreich zu laufen.

      Heute haben wie, wenn man dem glaub was in Foren und FB-Gruppen so geschrieben wird, eine Menge an Trekkern, die
      absolut unvorbereitet, schlecht ausgerüstet und naiv auf den Trail gehen.

      Das wird wie auf dem AT zu einer höheren Abbruch-Rate führen. Ich glaube, dass das den PCT in Südkalifornien stark
      verändern wird und es auch schon tut. Hinten raus wird sich die Spreu dann eh wieder vom Weizen getrennt haben und man
      wird ein ganz normales PCT-Erlebnis haben 🙂

      CU

      Carsten

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